Das „heißeste“ Repair Cafe aller Zeiten
Es begann schon gegen 11 Uhr mit der ersten Fahrradreparatur an einem Tag mit weit über 30 Grad im Schatten. Eine Dame war mit Ihrem Sohn auf einer Fahrradtour. Gestartet in Laim, hatte sie in Gröbenzell einen Plattfuß. Sie sah unser Plakat und kam zu uns und wir konnten ihr gleich helfen. Gut, dass wir diesmal noch einen weiteren Fahrradreparateur hatten: Werner. Unsere drei Radl-Männer, Platon, Pit und Werner waren gut ausgelastet und konnten fast allen helfen.
Wir hatten auch eine weitere Meisterin an der Nähmaschine: Annette. Zum Glück, denn so viel Näharbeiten hatten wir noch nie. Die Näh-Feen haben auch festgestellt, dass es nicht schlecht wäre, wenn wir uns ein Bügeleisen samt Bügelbrett anschaffen würden.
Dank Michaela und Sigrid hatten wir wieder ein tolles Café mit Eiskaffee und natürlich vielen leckeren Kuchen. Unsere Gäste bleiben gern lange im Café sitzen, schmökern in den Zeitschriften oder unterhielten sich mit ihren Nachbarn.
Es gab auch nette Reparaturauftrage, z.B. eine sehr alte Damenhandtasche. Die Griffe waren mehr als kaputt. Wir sollten doch einfach neue Griffe annähen. Als wir dann erklärten, dass wir so was nicht im Vorrat haben, gab es kurz ein langes Gesicht. Aber wir konnten der Dame trotzdem weiterhelfen beim Stopfen eines Mottenlochs auf der Original-Baskenmütze.
Es kam auch Gäste, mit denen wir nichts anfangen konnten: Können Sie mir zwei Löcher in meinen Gürtel machen. Moment, wir müssen mal schnell nachschauen, ob die Lochzange verfügbar ist. Der Mann machte auf dem Absatz kehrt und ging ohne Gruß.
Ein junger Mann hatte Probleme mit seinem Handy. Wir konnten ein zuvor gelöschtes Spende-Handy wiederbeleben und damit das Problem lösen. Ein altes elektronisches Backgammon Spiel konnte wiederbelebt werden, bei einer Nähmaschine gab es eine Spontanheilung – sie war gar nicht defekt. Auch so einfache Sache wie ein Hinterrad, das sich angeblich nicht aufpumpen lässt, konnten wir trotz der Hitze lösen. Überraschend viele Kleidungsstücke kamen an diesem heißen Samstagnachmittag,
Eine Hose mussten wir ablehnen, da die besten Tage einfach vorbei waren. Ein Regenschirm wurde wieder gangbar gemacht und wir hatten diesmal auch einen Mann, der wirklich Hilfe zur Selbsthilfe im Bereich Nähen machte. Er besorgte uns bei uns nur das farblich passende Garn und nähte dann alles selbst. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, meinten unsere Meisterinnen an der Nähmaschine.
Auch einer Nintendo Spielekonsole konnten wir wieder Leben einhauchen. Insgesamt hatten wir bei diesem Repair Cafe eine überdurchschnittlich hohe Erfolgsquote mit 66% erfolgreichen Reparaturen, bei weiteren 11 % konnte wir immerhin Hilfestellung geben, z.B. das nötige Ersatzteil ermitteln.
